Am Dienstag, 23. Februar 2021, bietet die Münchener Ausbildung zum Wirtschaftsmediator zwei Live-Veranstaltungen über Zoom an. Was ist konkret geplant?

Online-Fortbildung „Update Wirtschaftsmediation“

Von 10 bis 16 Uhr findet eine Online-Fortbildung „Update Wirtschaftsmediation“ für ausgebildete Mediatoren unter der Leitung von Horst Eidenmüller, Andreas Hacke und Martin Fries statt. Diese Veranstaltung behandelt aktuelle Entwicklungen der außergerichtlichen Streitbeilegung und möchte neue Impulse für die eigene Mediations- und Verhandlungspraxis geben. Die einzelnen Programmpunkte befassen sich unter anderem mit Online-Mediationen und Online-Schiedsverfahren, Methoden zur Steigerung der Kooperationsbereitschaft und mit einer Reflektion des eigenen Konfliktverhaltens. Als Gastreferent erläutert Rechtsanwalt Karl Pörnbacher, Partner und Leiter der internationalen Schiedspraxis von Hogan Lovells LLP, die anwaltliche Perspektive auf Methoden der konsensualen Streitbeilegung. Nähere Informationen zu der Veranstaltung finden sich in der Ankündigung (pdf). Die Anmeldung erfolgt über unser Online-Anmeldeformular.

Informationsveranstaltung für neue Interessenten

Nach Abschluss der Fortbildung findet von 17 bis 18 Uhr eine Online-Informationsveranstaltung für Interessentinnen und Interessenten statt, die eine Teilnahme am nächsten Lehrgang der Ausbildung zum Wirtschaftsmediator ab dem 22. April 2021 erwägen. Diese Veranstaltung informiert über den Aufbau und die wesentlichen Inhalte der Ausbildung. Zudem besteht die Gelegenheit, Fragen zur Ausbildung unmittelbar an die Veranstalter zu richten. Auch für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung über unser Online-Anmeldeformular möglich. Herzlich willkommen!

Ende 2020 ist ein kleines Handbuch zur Supervision für Mediatorinnen und Mediatoren aus der Feder von Oliver Sporré erschienen. Was gibt es darin zu lesen?

Grundlagen der Supervision für Mediatorinnen und Mediatoren

Der Begriff der Supervision bezeichnet die Reflektion eines Praxisfalls gemeinsam mit einer externen Person. Mediatoren ist der Begriff spätestens geläufig, seit die Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung (ZMediatAusbV) in ihren § 2 Abs. 2 und 5 und § 4 Einzelsupervisionen als Voraussetzung für die Bezeichnung als zertifizierte Mediatorin vorsieht. Während der Supervisionsbegriff der ZMediatAusbV sehr offen ist, so dass man dafür auch ein 10-minütiges Telefongespräch genügen lassen muss, versucht nun Oliver Sporré die Möglichkeiten und den Nutzen einer Supervision für Mediatorinnen und Mediatoren besser auszuleuchten. Die sieben Kapitel des 55-seitigen Buches erläutern die Grundlagen der Supervision, gesetzliche Regelungen der Supervision für Mediatoren, den Nutzen der Supervision für Mediatoren, mögliche Themen für eine Supervision, Haltungen der Supervisorin und der Mediatoren in der Supervision, den Ablauf einer mediationsanalogen Supervision sowie die Methodenvielfalt in der Supervision. Dabei behandelt Sporré nicht nur die Einzelsupervision, sondern gibt auch Anleitungen zur Gestaltung von Gruppensupervisionen. Nach der Lektüre dieser umfassenden Inhalte bleiben kaum noch Fragen offen.

Was bringt die Supervision?

Das Buch zur Supervision für Mediatorinnen und Mediatoren ist als eBook zum Preis von € 4,48 sowie in der Papierversion zum Preis von € 14,99 erhältlich. Für wen ist diese Investition sinnvoll? Auch gut drei Jahre nach der Einführung des zertifizierten Mediators ist die Zahl der praktisch tätigen Mediatorinnen, die diese Bezeichnung tatsächlich nutzen, durchaus überschaubar. Die klare Botschaft von Oliver Sporré lautet freilich: Supervision ist kein Selbstzweck und keine bloße Formalie auf dem Weg zur Zertifizierung. Vielmehr ist es ganz grundsätzlich sinnvoll für eine Verbesserung der eigenen Konfliktmanagementfähigkeiten, wenn man Praxiserfahrungen systematisch reflektiert. Damit reicht der Nutzen des Buches weit über die Mediation hinaus. Das entspricht auch dem Hintergrund des Autors: Oliver Sporré ist nämlich hauptberuflich nicht Mediator, sondern Richter.

Oliver Sporré ist  Direktor des Amtsgerichts im niedersächsischen Bersenbrück. Bereits 2009 hat er dort die gerichtsinterne Mediation eingeführt. Das ist keine Mediation in Reinkultur, sondern es handelt sich – wie Sporré selbst sagt – um Einigungsgespräche im Umfang von 2-3 Stunden. Seine Rolle als Mediator in diesen Verhandlungen hat er einmal sprechend als „Hebamme für den Vergleich“ bezeichnet.