Juni 2026: Fortbildung zu Theorie und Praxis der rationalen Entscheidung mit Horst Eidenmüller

Am 25. und 26. Juni 2026 findet eine Fortbildung für Absolventen der Münchener Ausbildung zum Wirtschaftsmediator unter der Leitung von Professor Dr. Horst Eidenmüller statt. Thema der Veranstaltung ist die Rational-Choice-Theorie in der Mediation, also die Theorie und Praxis der rationalen Entscheidung für Konfliktlöser.

Themen der Fortbildung

Der Kompaktkurs bietet eine fundierte Einführung in die Rational-Choice-Theorie und gliedert sich in drei für die Konfliktlösung zentrale Abschnitte:

  1. Rational Choice und Kognitionspsychologie,
  2. Entscheidungstheorie,
  3. Spieltheorie.

Die Entscheidungstheorie analysiert, wie Parteien unter Unsicherheit Entscheidungen treffen – ein Kernprozess jeder Mediation, wenn es um die Bewertung von Alternativen zur Einigung (BATNA) geht. Die Spieltheorie untersucht Modelle strategischer Interaktion: Sie erklärt die Dynamiken, die entstehen, wenn das Ergebnis für eine Partei davon abhängt, wie die Gegenseite agiert (z.B. in Gefangenendilemma-Situationen). Da reines rationales Kalkül das Verhalten von Konfliktparteien oft nur unzureichend erklärt, ziehen wir Erkenntnisse der Kognitionspsychologie heran, um realistischere Modelle menschlicher Interaktion zu entwickeln. Für die Mediationspraxis sind diese Konzepte sehr wertvoll. Während die Rationalität in mikroökonomischen Modellen oft als ideale Verhaltensannahme dient, zeigt die Realität im Konflikt oft Abweichungen. Die ökonomische Analyse des Rechts hilft zu verstehen, welche Anreize rechtliche Rahmenbedingungen setzen.

Ziele der Veranstaltung

Dieser Kurs vermittelt Ihnen das Rüstzeug, um Konfliktdynamiken tiefer zu durchdringen und Ihre Interventionen präziser zu setzen. Die Inhalte unterstützen Sie dabei:

  • Entscheidungsprozesse zu strukturieren: Mediatoren helfen Parteien, komplexe Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen. Entscheidungstheoretische Modelle schärfen den Blick für Risiken und Wahrscheinlichkeiten (z.B. Prozessrisikoanalysen).
  • Strategische Blockaden zu lösen: Mithilfe der Spieltheorie lernen Sie, die strategischen „Züge“ der Parteien zu antizipieren und Patt-Situationen (Deadlocks) besser zu verstehen und aufzulösen.
  • Psychologische Fallen zu erkennen: Erkenntnisse der Kognitionspsychologie (z.B. Verlustaversion, Anker-Effekte, Overconfidence) erklären, warum Parteien oft „irrational“ an Forderungen festhalten. Das Wissen darum hilft Ihnen, diese kognitiven Verzerrungen in der Verhandlung transparent zu machen und zu überwinden.

Der Kurs zielt darauf ab, Ihr strategisches Denken in der Mediation zu schärfen und Ihnen neue Werkzeuge an die Hand zu geben, um Parteien auch in verfahrenen Situationen effektiv zu einer interessengerechten Lösung zu begleiten. Der Kurs setzt keine Vorkenntnisse auf dem Gebiet der Ökonomik oder Spieltheorie voraus.

Rahmen der Veranstaltung

Die Veranstaltung findet auf Schloss Hohenkammer vor den Toren von München statt. Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 25. Juni 2026, um 13 Uhr mit einem gemeinsamen Mittagessen. Die Veranstaltung endet am Freitag, 26. Juni 2026 um 16 Uhr. Die Teilnahmegebühren betragen 950 Euro (USt-frei). Darin enthalten sind die Tagungspauschalen einschließlich Mittagessen, Kaffeepausen und Seminargetränken. Die Veranstaltung ist eine Fortbildung i.S.v. § 3 ZMediatAusbV.

Die Zahl der Teilnehmerplätze ist begrenzt. Wenn Sie an der Fortbildung teilnehmen möchten, senden Sie dazu bitte bis zum 28. Februar 2026 eine Nachricht an anmeldung@mediatorenausbildung.org. Vielen Dank!

Lektüre zur Vorbereitung

Wenn Sie sich auf die Veranstaltung vorbereiten möchten (nicht verpflichtend), empfehlen wir dafür folgende Lektüre: